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Florian Bettschen

Juniorenkochnati

«Berufliche Kontakte sind das A und O»

Silbermedaille an der Berufs-Weltmeisterschaft in Helsinki, Gratulation durch den Bundesrat: Florian Bettschen hat mit 21 Jahren schon viel Aussergewöhnliches erlebt. Jetzt bringt der ehrgeizige Jungkoch seine Erfahrungen in die Jugendnationalmannschaft des Schweizer Kochverbands ein. «Es gibt Dinge, die sind mir wichtiger als Medaillen», sagt er. Was das ist, lesen Sie im folgenden Porträt.



Seit Mai arbeitet Florian Bettschen im Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa in Interlaken. Das Fünfsternehotel beeindruckt ihn: 270 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt das Hotel, davon 41 Köche und Köchinnen. In der Crew von Küchenchef Manfred Roth lernt Florian Bettschen sehr viel. «Für neue Gerichte tüfteln wir oft einen ganzen Tag, welche Zutaten geschmacklich am besten zusammenpassen. Das ist spannend», sagt der Koch.

«Die Köche sollten sich nicht verstecken, sie sollten mehr im Vordergrund stehen», sagt Florian Bettschen selbstbewusst. Deshalb hat er sich auch über seine Qualifikation für die Jugendnati gefreut. Eine Möglichkeit für ihn, in die Welt hinauszukommen, den Kochberuf zu repräsentieren und seinen Horizont zu erweitern.«Ich möchte in der Jugendnati Berufserfahrungen sammeln und viele Sachen lernen, zum Beispiel wie man Rouladen oder Terrinen macht», erklärt der sympathische Jungkoch. «Das Wichtigste aber ist für mich, neue Berufskollegen kennen zu lernen und von ihren Kenntnissen zu profitieren.»
Es lohne sich, für die Kochkunst einen Grossteil der Freizeit zu investieren. Mit dieser Motivation hat Bettschen schon Erfolg gehabt an der internationalen Berufs-WM.

Florian Bettschen schickte alle Gerichte auf die Minute genau.

Dahinter steckte hartes Training: Sieben Monate lang hat er 2005 für die WM in Helsinki geübt. Hat Praktika gemacht bei Urs Messerli, Rolf Mürner, Beat Weibel, Urs Wandeler und Rolf Büchli. Die erfahrenen Köche und Pâtissiers brachten ihm ihre Kniffe bei. Den letzten Schliff erhielt Florian Bettschen bei Jürg Peter Schefer von der Hotel & Gastro formation in Weggis.

All diese Erfahrungen und Kontakte will er jetzt auch in die Jugendnati einbringen. Denn Florian Bettschen ist nicht nur ein flinker Einzelkämpfer, sondern auch ein Teamplayer. «Es macht Spass, im Team zu arbeiten», sagt er, «man kann sich gegenseitig anspornen und wieder aufrichten, wenn es nicht so gut läuft.» Er gilt als hilfsbereit und bewahrt auch in grosser Hektik die Ruhe. Neben der Arbeit sollte aber auch der Spass nicht zu kurz kommen, findet der junge Koch. Denn Florian Bettschen ist kein Kind von Traurigkeit:
«I bi haut än Schnurrihund und mängisch au än Clown», so der Berner.

Aufgewachsen ist Florian Bettschen mit zwei jüngeren Brüdern und einer älteren Schwester im Dorf Niederstocken bei Thun. Er ist der einzige Gastgewerbler in der Familie. «Ein wenig stolz sind sie, glaube ich, schon auf mich», sagt er.

marc.benedetti@gastronews.ch




 Familie ist ihm wichtig: Florian Bettschen (2. v. l.) als 10-Jähriger
mit Oma und jüngeren Brüdern.



 

 Ländliche Tradition: Ein Hobby des erfolgreichen jungen
Berner Kochs ist der Schiesssport.




 

Star im Dorf: Trychlen-Empfang für Florian in Niederstocken BE
nach dem WM-Erfolg in Helsinki.



 

 Grösster Erfolg: Florian Bettschen «in Action» an der
Berufs-WM in der finnischen Hauptstadt, 2005.


Steckbrief von Florian Bettschen

Geboren:
am 8. Januar 1985 in Thun, Sternzeichen Steinbock

Wohnort: Interlaken

Lehre: Sporthotel Adler in Adelboden

Vorbilder: Alle, die neben der Arbeit Kochkunst betreiben.
 
Berufstraum: In einem kleinen, familiär geführten Restaurant mit 40 bis 50 Plätzen kochen.

Berufsziele: Weiterbildung zum Gastronomiekoch, Französisch und Englisch lernen

Was er gerne isst: einfache Sachen wie Wienerli mit Brot.

Was er gar nicht mag: Pilze

Liebster Kochstil: neuzeitliche Küche. «Wenig, dafür schön angerichtet.»

Wettbewerbe: 2004 Silber und Gold als Einzelaussteller an der ZAGG; 2005 Gold an der Ausscheidung für die Berufs-WM in Weggis; 2005 zweiter Platz an der Berufs-WM in Helsinki im Duell mit 23 Mitbewerbern.

Freizeit: Koch-Jugendnati, Unihockey, Fitness, Schiessen.