Nadja Schuler
Juniorenkochnati
«Wenn ich am Herd stehen kann, blühe ich auf»
Nadja Schuler macht nicht einfach ihren Job. Kochen ist für die junge Aargauerin eine kreative Tätigkeit, in der sie sich ständig weiterentwickeln will. Aus diesem Grund engagiert sie sich neben dem Beruf auch noch in der Jugendnationalmannschaft des Schweizer Kochverbands. Das Wettkampffieber hat sie schon früh an Lehrlingswettbewerben gepackt. Wer ist diese junge Frau?
Nadja Schuler, Mitglied der Koch-Jugendnati, in der Gaststube des Restaurants Hirschen in Villigen. Sie arbeitet bis Ende Juni in diesem Lokal mit Hotelzimmern in der Weinregion zwischen Baden und Brugg. Der «Hirschen» beherbergt oft Besucher des Paul-Scherrer-Instituts und hat eine internationale Speisekarte. Nadja Schuler schmeisst mit zwei Kollegen die Küche. «Ich kann Vorschläge für neue Gerichte einbringen», sagt sie.
Sie ist sehr präsent, hat Charme und lacht oft. Nadja Schuler, 21 Jahre jung, aus dem Dorf Villigen bei Brugg. Wenn man ehemalige Arbeitgeber bittet, die junge Frau zu charakterisieren, hört man nur Positives: «Von der Kochkunst begeistert», «teamfähig», «offen und kommunikativ». Hat sie eigentlich auch Schwächen? «Ich bin ein ziemlicher Chaot und lasse vieles liegen, auch an den Kochkunstausstellungen», sagt sie. «Das will ich noch besser in den Griff kriegen.»
Ehrgeiz ist die Eigenschaft, die Nadja Schuler selbst hervorhebt.
Mit Halbbatzigem gebe sie sich nicht zufrieden. «Ich nehme nicht an Wettbewerben teil, um dabei zu sein», erklärt die junge Berufsfrau selbstbewusst. Sie will aufs Siegerpodest und gibt dafür Vollgas.
Das sind genau die richtigen Voraussetzungen für die Jugendnati. Auch sonst ist sie gut vorbereitet auf ihr neues Engagement, denn sie hat die Lehre im Betrieb eines Topmanns der Kochkunstszene gemacht: Franz Jonke, Küchenchef am Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen. Im PSI arbeitet auch Doris Vögeli, Coach der letzten Jugendnati. Bei den Probetrainings hat Nadja Schuler oft zugeschaut, mitgeholfen und wurde «angesteckt».
Seit einem Jahr ist die Köchin ausgelernt. Sie hat eine Wintersaison im Hotel Eden in Arosa hinter sich. Zurzeit arbeitet sie im Restaurant Hirschen in Villigen. Als nächs- tes wird sie ein zweimonatiges Praktikum in der Produktion der Confiserie Sprüngli in Dietikon absolvieren. Der Grund: Eigentlich wollte sie aus Interesse eine Zusatzlehre als Konditorin-Confiseurin an die Kochlehre anhängen. Dann qualifizierte sie sich für die Jugendnati. «Beides liess sich nicht vereinbaren», sagt Nadja.
Wie ist sie zum Beruf gekommen? «Ich wollte immer die Kunstgewerbeschule besuchen und Grafikerin werden.» Gekocht habe sie als Hobby zuhause und in den Ferien. «Ich dachte, es würde mir vielleicht als Beruf bald verleiden. Meine Freude ist aber mit der Zeit immer grösser geworden.Wenn ich einmal einen schlechten Tag habe, kann ich an den Herd stehen und es geht mir wieder gut!»
In ihrer Familie ist Nadja nicht die Einzige, die im Gastgewerbe tätig ist. Der Grossvater, gelernter Konditor-Confiseur, führte das Restaurant Harmonie in Windisch. Die Mutter arbeitet in einem Mitarbeiterrestaurant. Die 16-jährige Schwester Sandra macht eine Servicelehre. Mit der Schwester, so der Traum der Köchin, will sie dereinst ihr eigenes kleines Gourmetrestaurant eröffnen. Es besteht keinerlei Zweifel, dass sie dieses Ziel eines Tages erreichen wird.
marc.benedetti@gastronews.ch
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| Cüpli-Degustation im zartesten Alter: Nadja Schuler, ganz Dame, mit ihrem Vater Bruno. | |
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| «Guetzle» macht Spass: Nadja in der Küche, wo ihre Mutter jeweils 20 Guetzlisorten bäckt. | |
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| Mit ihrer jüngeren Schwester Sandra (rechts) will Nadja Schuler ein Restaurant eröffnen. | |
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| An der Igeho 2005 holt Nadja im Team der Aargauer Kochgilde den Gesamtsieg mit dieser Platte. |
Steckbrief von Nadja Schuler
Geboren: Am 13. August 1985 in Brugg, Sternzeichen Löwe
Wohnort: Villigen AG
Freizeit: Zeichnen, auswärts essen und Weine probieren mit ihrem Freund Jonas, schwimmen, im Winter snowboarden
Lehre: Restaurant Oase des Paul-Scherrer-Instituts, Villigen
Vorbild: Franz Jonke. «Ein Superchef, der immer strahlt und vieles erreicht hat.»
Berufstraum: eigener Betrieb
Was sie gerne isst: Salat mit Ketchup, Riz Casimir
Lieblingskochstil: asiatisch
Motivation für Jugendnati: «Ich finde es schön, mit Kollegen zusammenzuarbeiten, die auch mit Liebe kochen und zusammen auf ein Ziel hinarbeiten.
Wettbewerbe:
Gesamtsieg am Aargauer Lehrlingswettbewerb 2004 im 2. Lehrjahr;
Tagessieg und Goldmedaille als Einzelausstellerin im 2. Lehrjahr, ZAGG
2004; Gesamtsieg mit Aargauer Kochgilde an der Igeho 2005.




