Barra

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Die Geschichte des Barra Gins

Dass manche Spirituosen aus Schottland einen maritimen Charakter aufweisen, ist ganz normal. Whiskyhersteller bezeichnen ihre Brände beispielsweise als maritim, wenn diese in Küstennähe reiften und von der salzhaltigen Luft, die selbst die Mauern der Lagerhäuser und die Holzdauben der Fässer durchdringt, beeinflusst wurden. Ginhersteller geniessen da etwas mehr Spielraum: Sie können ihre Spirituosen mit Botanicals, die direkt aus dem Meer stammen, aromatisieren! Genau das taten auch die Isle of Barra Distillers auf der abgelegen Hebrideninsel Barra - das winzige Eiland im Nordwesten charakterisiert sich durch raue Landschaften, zerklüftete Küstenlinien, versteckte Sandstrände und einen verschlafenen Hafenort namens Castlebay. Der Barra Atlantic Gin entsteht hier in der bisweilen einzigen Brennerei der Region, die 2019 ihre Pforten öffnete und seitdem auch die westlichste Destillerie von ganz Schottland ist. Geführt wird die Brennerei von dem Ehepaar Michael und Katie Morrison - er kümmert sich um die Produktion, sie um die Finanzen und alles Geschäftliche. Kreiert haben die beiden ihren Gin aber schon im Jahr 2016. Da zu jener Zeit noch keine eigene Brennlizenz vorhanden war, liess man das Produkt vorerst von den Londoner Thames Distillers herstellen. Schon etwa ein Jahr, nachdem der Gin in ganz Grossbritannien erhältlich wurde, sicherte man die ersten Lieferverträge mit Importeuren in Dänemark und Deutschland. Von da an ging es nur bergauf.
Die Zutat, die in dem Barra Gin wahrlich heraussticht, ist die Carrageen-Alge. In Irland und Schottland nutzte man an die Küsten gespülten Carrageen-Algen schon seit Urzeiten als Nahrungsmittel und Tierfutter. Michael und Katie versuchen hingegen, die Algen frisch von Hand zu pflücken. Da die im Nordatlantik vorkommende Rotalgenart unterhalb der Niedrigwasserlinie auf felsigem Untergrund wächst, muss das Ehepaar geduldig die Springfluten zu Vollmond und Neumond abwarten, um an die Algen ran zu kommen - dann nämlich liegt der Wasserstand bei Ebbe besonders niedrig. Michael kannte die Zutat übrigens schon aus seinen Kinderjahren, als seine Mutter daraus eine Art Pudding zubereitete. Als junger Erwachsener zog es ihn jedoch vorerst aus der Heimat weg in die Grossstadt. Nun hofft er, dass sein Gin neue wirtschaftliche Impulse für die Insel setzt und auch die junge Generation davon überzeugen kann, nicht abzuwandern.

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