Prosecco

Die Geschichte des Proseccos

Was für Frankreich der Champagner ist, ist für Italien der Prosecco! In der norditalienischen Region, die als Heimat des Proseccos gilt, ist der Weinbau schon seit der Antike nachgewiesen. Das Wort »Prosecco« wurde 1754 erstmals erwähnt - damals bezeichnete es aber noch nicht den Schaumwein in seiner heutigen Form.
Dieser entstand durch das Wirken von Carpenè Antonio, der 1868 das Weingut Carpenè Malvolti mitbegründete und sich intensiv mit der Produktion des prickelnden Weins befasste. Der Betrieb entwickelte sich daraufhin zu einem führenden Prosecco-Produzenten. In den 1930er Jahren legte man die Grenzen des heutigen Anbaugebiets fest und rund drei Jahrzehnte später eröffnete man mit der Strada del Prosecco die erste anerkannte Weinstrasse Italiens.
Die Anerkennung als DOC-Wein folgte nur kurze Zeit später. 2009 verlieh man den Gemeinden Conegliano, Valdobbiadene und Asolo den DOCG-Status. Bis zu jenem Jahr hiess die weisse Rebsorte, die seit jeher zur Prosecco-Herstellung herangezogen wird, ebenfalls Prosecco. Da dies jedoch Verwirrung stiftete, benannte man die Traube in »Glera« um.

Wichtige Bezeichnungen und Klassifikationen

Prosecco ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung für Schaumweine (»Spumante«), Perlweine (»Frizzante«) und Stillweine, die in den Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien aus der Rebsorte Glera erzeugt werden. Die Schaum- und Perlweine besitzen je nach ihrem Entstehungsort die angesehene Denomination DOC oder DOCG, während die Stillweine eher selten anzutreffen sind.

Die 2009 erneuerten, strengen Auflagen zur Herstellung von Prosecco hatten zur Folge, dass die Qualität des italienischen Weins bedeutend anstieg. Früher wurde der Schaumwein nämlich massenweise nach Deutschland geliefert und dort mitunter in billige Dosen abgefüllt, um als Partygetränk vermarktet zu werden. Nun aber muss jeder Prosecco zu 100% in den anerkannten Gebieten produziert und abgefüllt werden.

Ein Prosecco besteht zu mindestens 85% aus der Rebsorte Glera, sodass weitere autochthone oder internationale Sorten maximal 15% ausmachen dürfen. Die Bezeichnungen »brut«, »extra-dry«, »dry« und »demi-sec« geben den Restzuckergehalt des Schaumweins an, wodurch die Konsumenten schon vorher einschätzen können, ob der Prosecco trocken, lieblich oder süsslich schmeckt.

Wie wird Prosecco hergestellt?

Der Prosecco wird nicht durch die traditionelle Flaschengärung hergestellt, sondern durch das Tankgärverfahren («méthode charmat»). Hierbei findet die zweite Gärung in grossen, luftdicht verschlossenen Edelstahltanks statt. Da die entstehende Kohlensäure nicht entweichen kann, bleibt sie im Wein gelöst - das Prinzip ist also gleich wie bei der Flaschengärung. Die Methode im druckfesten Grossbehälter ist jedoch kostengünstiger und schneller, da der Wein nur einige Wochen auf der Hefe lagert. Zwar ist die Perlage beim Prosecco nicht ganz so fein ausgebildet wie beim Champagner, dafür aber besitzt der Spumante einen zugänglicheren Verkaufspreis, was seine Beliebtheit steigert.

Wie serviert man Prosecco richtig?

Prosecco wird typischerweise im Tulpenglas als Aperitifgetränk gereicht, wobei die perfekte Trinktemperatur 6-8°C beträgt. Möchte man den Schaumwein begleitend zum Essen servieren, eignen sich leichte sowie würzig-salzige Speisen wie z.B. asiatische und thailändische Gerichte, gepökeltes helles Fleisch, Parmaschinken, Melone, Spargel, Meeresfrüchte und Sushi.
Mit Prosecco lassen sich auch Cocktails zubereiten wie z.B. Bellini, Aperol Spritz, Hugo und Elderflower Gin Fizz.