Barbancourt

Barbancourt - Geschichte der haitianischen Spirituosenmarke

Rhum Barbancourt nimmt in der Welt des Rums eine Sonderstellung ein, da er stilistisch eine Brücke zwischen der Karibik und Frankreich schlägt.

Gegründet wurde das Haus im Jahr 1862 von dem Franzosen Dupré Barbancourt. Er stammte aus der Charente (der Heimat des Cognacs) und brachte ein entscheidendes Stück Know-how mit auf die Insel: die Methode der doppelten Destillation.

Genau hier liegt die Besonderheit von Barbancourt:

- Der Rohstoff: Wie bei den "Rhum Agricoles" der französischen Antillen (z.B. Martinique) wird Barbancourt aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt, nicht aus Melasse. Das sorgt für die grasigen, frischen Basisnoten.

- Die Destillation: Anders als die meisten Agricoles (die meist in Säulen destilliert werden), wird Barbancourt nach der Charentaiser Methode (in Pot Stills) doppelt destilliert. Das macht das Destillat weicher, öliger und aromatischer – ähnlich wie einen Cognac.

- Die Reifung: Auch hier zeigt sich das französische Erbe. Der Rum reift in Fässern aus Limousin-Eiche, die traditionell für Cognac verwendet werden und dem Rum eine feine Vanille- und Würznote verleihen.

Das Unternehmen wird bis heute von der Familie Gardère geführt (Dupré Barbancourt hatte keine Kinder, sein Neffe Paul Gardère übernahm). Eine Zäsur war das verheerende Erdbeben von 2010: Die Destillerie verlor dabei fast ein Drittel ihrer gelagerten Bestände und viele Arbeiter wurden obdachlos. Dennoch schaffte es die Familie, die Produktion wieder aufzubauen und die Marke als Symbol der haitianischen Resilienz zu erhalten.

Das Flaggschiff ist der "Estate Reserve" (15 Jahre), der ursprünglich nur für die Familie selbst reserviert war. Er gilt unter Kennern als einer der elegantesten Rums der Welt.

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