Wenn man sich fragt, warum Sherry-Marken oft so englisch klingen, findet man hier die Antwort. Gegründet wurde das Haus 1877 in Jerez de la Frontera von zwei britischen Gentlemen: Sir Alexander Williams, einem grossen Kenner und Liebhaber von Sherry, und Arthur Humbert, einem Spezialisten für internationale Beziehungen.
Zusammen schufen sie eine der renommiertesten Bodegas im berühmten "Sherry-Dreieck". Doch Williams & Humbert ist nicht nur wegen des Inhalts der Fässer berühmt, sondern wegen der Fässer selbst – oder besser gesagt, wo diese stehen.
Die Architektur der Superlative: In den 1960er Jahren wurde der heutige Komplex gebaut. Er gilt als grösster Weinkeller Europas unter einem einzigen Dach. Die Architektur ist atemberaubend und erinnert eher an moderne Sakralbauten als an eine Lagerhalle. Aufgrund der enormen Ausmasse und der Stille zwischen den Tausenden von Fässern wird der Ort oft ehrfürchtig als "Kathedrale des Weins" bezeichnet. Hier lagern über 60.000 Fässer aus amerikanischer Eiche.
Das Portfolio ruht auf drei gewaltigen Säulen:
- Dry Sack Sherry: Das absolute Aushängeschild. Bekannt wurde er durch die Verpackung: Die Flasche steckt traditionell in einem Sackleinen-Beutel. Er ist ein Medium Sherry (ein Blend aus Amontillado, Oloroso und Pedro Ximénez), der für seinen ausgewogenen Charakter zwischen Trockenheit und Süsse bekannt ist.
- Gran Duque de Alba (Brandy): Dies ist einer der berühmtesten "Brandy de Jerez" der Welt. Er reift im traditionellen Solera-Verfahren in Fässern, in denen zuvor Oloroso-Sherry lagerte. Das gibt ihm seine dunkle Farbe und das komplexe Aroma von Holz, Vanille und Trockenfrüchten.
- Dos Maderas (Rum): Williams & Humbert beweist hier Innovationsgeist. Sie importieren Rum aus der Karibik (Barbados und Guyana) und lassen ihn in Spanien in ihren alten Sherry-Fässern (Palo Cortado und Pedro Ximénez) nachreifen.
Williams & Humbert ist heute immer noch in Familienbesitz (Familie Medina) und steht für die Bewahrung der grossen Sherry-Tradition. Es ist ein Haus, das beweist, dass Masse und Klasse sich nicht ausschliessen müssen, solange man dem "Solera-System" die nötige Zeit gibt.
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