Izarra

Izarra - Geschichte der französischen Spirituosenmarke

In den Pyrenäen, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, ist dieser Name mehr als nur eine Marke – er ist ein kulturelles Symbol. Izarra (baskisch für "Stern") gilt vielen als die baskische Antwort auf die grossen Klosterliköre der Alpen, besitzt aber eine entscheidende, regionale Besonderheit in der Rezeptur.
Die Wurzeln der Marke reichen bis ins Jahr 1906 zurück (wobei die Ur-Rezeptur angeblich auf das Jahr 1835 datiert). Der Botaniker und Apotheker Joseph Grattau entwickelte den Likör in Hendaye an der Atlantikküste. Schnell stieg Izarra zum Nationalgetränk des französischen Baskenlandes auf und war in den 1950er Jahren weltweit präsent, bevor es ruhiger um die Marke wurde. Nach Jahren unter dem Dach des Konzerns Cointreau gehört die Marke seit 2015 zu Spirited Brands, wobei die Identität untrennbar mit der Stadt Bayonne verknüpft bleibt.
Was Izarra technisch von den meisten anderen Kräuterlikören (wie Chartreuse) unterscheidet, ist die Basis-Spirituose. Anstelle von reinem neutralen Agraralkohol wird für Izarra destillierter Armagnac verwendet. Dieser Weinbrand aus der Gascogne verleiht dem Endprodukt eine weinige, hölzerne Grundnote, die das Profil massgeblich prägt.
Der Prozess der Herstellung ist aufwendig und mehrstufig. Die Kräuter und Gewürze werden zunächst destilliert. Es folgt eine Mazeration (Einlegen in Alkohol) von weiteren Zutaten wie Pflaumen und Walnussschalen. Das Kräuter-Destillat wird anschliessend mit dem Armagnac und Zuckersirup vermählt. Zum Schluss ruht fertige Gemisch monatelang in grossen Eichenfässern, um die Aromen zu harmonisieren.
Wie bei den historischen Vorbildern gibt es zwei Hauptversionen, die sich in Farbe und Zusammensetzung unterscheiden, jedoch beide mit 40 % Vol. abgefüllt werden:

  • Izarra Vert (Grün): Diese Variante basiert auf 16 verschiedenen Pflanzen. Das Profil wird dominiert von Pfefferminze, was ihm eine frische, mentholhaltige Note verleiht.
  • Izarra Jaune (Gelb): Hier kommen 13 Pflanzen zum Einsatz. Der entscheidende Unterschied ist die Zugabe von Honig, der dem Likör eine viskose Textur und eine andere aromatische Ausrichtung gibt, die oft an Mandeln und Nüsse erinnert.

Der Likör ist mittlerweile so populär geworden, dass weitere Produktionsanlagen sowohl in Spanien als auch Lateinamerika errichtet wurden. Die bauchige Flasche ist mit ihrem Vintage-Etikett unverkennbar.

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