Jacquesson

Jacquesson - Geschichte der französischen Weinmarke

Jacquesson in Dizy zählt zwar mit dem Gründungsjahr 1798 zu den ältesten Namen der Champagne, doch in der jüngeren Vergangenheit hat das Haus unter der Leitung der Brüder Jean-Hervé und Laurent Chiquet die Regeln der Region neu definiert.

Die grösste Revolution war die Abschaffung des klassischen "Non-Vintage" (der jahrgangslosen Standard-Cuvée), die bei fast allen grossen Marken das Ziel hat, jedes Jahr absolut identisch zu sein. Jacquesson brach mit diesem Dogma der Uniformität. Sie führten das "Cuvée 700"-Konzept ein. Jede Abfüllung trägt eine fortlaufende Nummer (z. B. Cuvée 745, 746), die signalisiert: Dieser Champagner basiert zwar auf einem Hauptjahrgang, wird aber mit Reserveweinen ergänzt, um nicht Gleichheit, sondern die bestmögliche Expression des jeweiligen Jahres zu erreichen. Man serviert hier also keinen Standard, sondern ein Unikat.

Technisch setzt das Haus auf Methoden, die eher bei kleinen Winzern als bei grossen Marken zu finden sind. Die Grundweine werden in grossen Eichenholzfässern (Foudres) ausgebaut, was ihnen Struktur und leichte oxidative Noten verleiht. Zudem wird extrem niedrig dosiert (fast immer im Extra-Brut-Bereich), wodurch der Charakter des Terroirs unverfälscht bleibt.

Historisch hat Jacquesson der Champagnerwelt eine Erfindung hinterlassen, ohne die heute keine Flasche auskommt: Adolphe Jacquesson liess sich 1844 die Agraffe (das Muselet) patentieren – den Drahtkorb, der den Korken unter Druck auf der Flasche hält. Eine technische Innovation, die ebenso zum Erbe gehört wie die einstige Wertschätzung durch Napoleon I., der dem Haus eine Goldmedaille verlieh.

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