Krugmann

Krugmann - Geschichte der deutschen Spirituosenmarke

Es gibt Brennereien, die ihre Geschichte in verstaubten Chroniken pflegen, und es gibt Krugmann. Dieses Haus im sauerländischen Meinerzhagen ist ein Phänomen der deutschen Spirituosenlandschaft. Denn Krugmann beherrscht zwei Disziplinen, die auf den ersten Blick gegensätzlicher nicht sein könnten: Die Bewahrung uralter Korn-Tradition und die Erfindung des modernen "Fun-Spirits".

Die Wurzeln reichen tief zurück. Im Jahr 1867, als das Sauerland noch von der Landwirtschaft und kleinen Industriebetrieben geprägt war, legte die Familie den Grundstein. Über Generationen hinweg war Krugmann eine klassische Kornbrennerei. Hier wurde das Handwerk der Destillation von der Pike auf gelernt und verfeinert. Das Wissen um Getreide, Maische und die Kunst des Brennens auf Kupfer wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben. Diese historische DNA bildet bis heute das Rückgrat des Unternehmens – auch wenn die Flaschen heute oft schriller aussehen als die klassischen Steinkrüge von einst.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, als viele traditionelle Kornbrennereien aufgeben mussten, weil sich der Zeitgeist wandelte, vollzog Krugmann einen radikalen Schritt. Statt nur auf den Inhalt zu setzen, wurde die Verpackung zum Ereignis. Das Haus spezialisierte sich auf ausgefallene Formflaschen, provokante Namen und humorvolle Etiketten. Mit Produkten wie "Männergrippe", "R(hein)spritzer" oder dem legendären "Kleiner Keiler" brach man bewusst mit der biederen Ästhetik der Branche.

Was Krugmann jedoch von reinen Marketing-Firmen unterscheidet, ist die Substanz. Hinter den bunten Etiketten und den oft ironischen Namen verbirgt sich die technische Expertise einer 150 Jahre alten Destillerie. Die Liköre, Sahne-Kreationen und Brände werden in Meinerzhagen mit derselben Sorgfalt entwickelt und abgefüllt, wie es die Vorväter mit dem Korn taten. Die Produktpalette ist heute extrem breit gefächert und reicht von fruchtigen Partylikören über cremige Sahnespezialitäten bis hin zu klaren Bränden.

Krugmann versteht sich heute als Chronist des Alltags. Die Produktentwickler greifen gesellschaftliche Trends, Memes oder Klischees auf (wie das Einhorn oder die Männergrippe) und übersetzen diese blitzschnell in flüssige Form. Das Haus beweist damit eine seltene Agilität: Während die Brennblasen fest im Sauerland verankert sind, ist der Blick stets auf den Zeitgeist gerichtet.

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