Weingut Schloss Gobelsberg

Weingut Schloss Gobelsberg - Geschichte der österreichischen Weinmarke

Um die Dimension dieses Weinguts zu verstehen, muss man weit zurückblicken – in eine Zeit, als es das Schloss selbst noch gar nicht gab.

1171: Die Anfänge Alles begann im Jahr 1171 - Die Zisterzienser-Mönche des Stiftes Zwettl erhielten ihre ersten Rebgärten in der Region geschenkt (darunter die heute legendären Lagen Heiligenstein und Gaisberg). Die Zisterzienser waren damals die technologische Elite Europas. Sie kamen aus dem Burgund, hatten ein tiefes Verständnis für Terroir und brachten dieses Wissen an die Donau. Während anderswo Weinbau oft Glückssache war, arbeiteten die Mönche bereits systematisch an der Qualität.

Das Schloss und die Barockzeit - Über Jahrhunderte bewirtschafteten die Mönche die Lagen vom Stift aus. Das eigentliche Renaissance-Schloss Gobelsburg kam erst 1740 in ihren Besitz. In dieser Zeit entwickelte sich der Ort zu einem administrativen Zentrum und einem Sommerresidenz-Ort für den Klerus. Doch die wichtigste Konstante blieb der Wein: Selbst in politisch unruhigen Zeiten riss die Tradition der Weinherstellung nie ab.

1996: Die neue Ära mit Michael Moosbrugger - Fast 800 Jahre lang führten die Mönche das Weingut selbst. 1996 kam der Wendepunkt: Da der Nachwuchs im Kloster fehlte, suchte das Stift Zwettl nach einer weltlichen Lösung, die den Geist des Hauses respektiert. Sie fanden sie in Michael Moosbrugger. Er pachtete das Weingut nicht, um es "auf den Kopf zu stellen", sondern um die Vergangenheit in die Zukunft zu übersetzen. Moosbrugger versteht sich weniger als Besitzer, sondern als Verwalter eines historischen Erbes.

Unter Moosbrugger wurde Gobelsburg weltberühmt, weil er nicht jeden modernen Technik-Trend mitmachte, sondern sich auf die Methoden der Vorfahren besann.

- Das "Dynamic Cellar Concept": Anstatt das historische Schloss mit modernen Pumpen und Stahltanks vollzustellen, entwickelte man ein System, bei dem der Wein fast nie gepumpt werden muss. Da man die alten Mauern nicht einreissen konnte, setzte man die Fässer auf Räder ("Fass auf Rädern"), um den Wein schonend per Schwerkraft zu bewegen – eine innovative Lösung, geboren aus dem Respekt vor der alten Bausubstanz.

- Die Wein-Bibliothek: Das Weingut arbeitet aktiv an der Erforschung historischer Vinifizierung. Mit der Linie "Tradition" versucht Moosbrugger, Weine so zu machen, wie sie im 19. Jahrhundert geschmeckt haben könnten (vor der Industrialisierung des Weinbaus): Viel Luftkontakt, langes Lager im grossen Holzfass, keine technologische Kosmetik.

Schloss Gobelsburg ist heute der Inbegriff für klassischen Grüner Veltliner und Riesling. Tradition muss nicht das Anbeten der Asche sein, sie kann die Weitergabe des Feuers beinhalten.

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