Wenn man in Griechenland über Anis-Spirituosen spricht, landet man oft gedanklich auf der Insel Lesbos. Doch Kenner wissen: Einer der weichsten und aromatischsten Vertreter seiner Art stammt vom Festland, genauer gesagt aus der Hafenstadt St. Patras. Hier schreibt die Familie Pilavas seit 1940 Geschichte.
Die Wurzeln der Familie liegen eigentlich auf der Insel Chios, der Heimat des Mastix. Doch der Gründer Nikos Pilavas entschied sich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg für einen Neuanfang in St. Patras. Er brachte nicht nur seine Koffer mit, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Destillation von Kräutern und Gewürzen. Was in einer kleinen Werkstatt begann, wird heute in dritter Generation von den Enkeln Nikos und Pericles fortgeführt – mit derselben Rezeptur wie vor über 80 Jahren.
Ouzo gilt oft als scharf oder aggressiv. Pilavas geht einen anderen Weg, der in der Branche als "Pilavas-Methode" bekannt ist. Nach der zweifachen Destillation in traditionellen Kupferbrennblasen geschieht – nichts. Das Destillat wird nicht sofort abgefüllt, sondern darf für zwei bis drei Monate in Edelstahltanks ruhen. Die Familie nennt dies das "Beruhigen" des Ouzos. In dieser Zeit verliert der Alkohol seine Spitzen, die Aromen von Anis und Fenchel verbinden sich harmonisch, und es entsteht eine natürliche Milde, die oft als "Nektar" bezeichnet wird.
Neben dem Ouzo hütet Pilavas einen weiteren Schatz, der untrennbar mit Patras verbunden ist: Tentura. Dieser dunkelrote Likör ist ein lokales Wahrzeichen. Der Name leitet sich vom lateinischen tinctura ab und verweist auf die Farbe. Pilavas verwendet hierfür Extrakte des berühmten Mavrodaphne, eines süssen, verstärkten Rotweins aus der Region. Das Profil wird geprägt durch eine geheime Mischung aus fermentierten Essenzen von Nelken, Zimt und Muskatnuss. In Patras nennt man dieses Getränk auch liebevoll Moschovolithra – "die, die Düfte wirft".
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