Robert Mondavi gründete sein gleichnamiges Weingut im Jahr 1966 mit einer Vision, die damals fast vermessen wirkte: Er wollte kalifornische Weine erzeugen, die sich qualitativ mit den grossen Gewächsen aus Bordeaux messen konnten.
Interessanterweise begann diese Geschichte mit einem Familienstreit. Robert Mondavi arbeitete ursprünglich im familieneigenen Betrieb Charles Krug, doch Meinungsverschiedenheiten über die geschäftliche Ausrichtung führten zum Bruch. Im Alter von 53 Jahren startete er noch einmal neu und baute in Oakville die erste grosse neue Kellerei im Napa Valley seit der Prohibitionszeit. Architektonisch setzte er dabei ein Zeichen: Das Gebäude im spanischen Missionsstil mit dem charakteristischen Torbogen wurde von Cliff May entworfen und ist bis heute das visuelle Wahrzeichen der Region.
Technologisch fungierte Mondavi als Brückenbauer zwischen Neuer und Alter Welt. Er führte Methoden ein, die in Kalifornien damals unüblich waren, wie die Kaltvergärung in Edelstahltanks und den Ausbau in kleinen französischen Eichenfässern (Barriques). Ein strategischer Schachzug gelang ihm mit der Rebsorte Sauvignon Blanc. Da diese damals in den USA als minderwertig und süss galt, benannte er seinen trocken ausgebauten Wein in Fumé Blanc um – eine Referenz an die französischen Pouilly-Fumé-Weine. Dieser Marketing-Kniff etablierte die Sorte dauerhaft in Kalifornien. Das Weingut gehört heute zum grossen Getränkekonzern Constellation Brands, die Produktion in Oakville orientiert sich aber weiterhin an den von Mondavi etablierten Standards für Cabernet Sauvignon und andere Bordeaux-Sorten.
Ihr Webbrowser ist nicht mehr aktuell. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und die beste Erfahrung auf dieser Website.
Aktualisieren Sie Ihren Browser